JMS Aktivitäten

JUN 2

02.06.26, 21:49 Uhr

Eine neue Perspektive: Eine Woche als Hospitantin

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Der Fachkräftemangel ist inzwischen ein Thema, das in allen Bereichen unserer Gesellschaft relevant ist und viel diskutiert wird. Auch die Musikschulen sind davon nicht ausgenommen: Die Ergebnisse einer Studie zeigen, dass in zehn Jahren etwa drei Viertel der freiwerdenden Stellen nicht mehr mit qualifizierten Musikschullehrkräften besetzt werden können. Das würde bedeuten, dass mindestens 500.000 Schülerinnen und Schüler keinen Musikschulunterricht mehr erhalten könnten.

Umso erfreulicher ist es, wenn junge Menschen sich dazu entschließen, ihre musikalische Begabung zu nutzen und ihr Hobby zum Beruf zu machen. Allerdings reicht es nicht aus, ein Instrument virtuos zu beherrschen, um es auch unterrichten zu können. Vielmehr bedeutet es, „die Seite zu wechseln“, aus der Rolle der oder des Lernenden herauszutreten und selbst zu erkennen, welche Schritte für eine Schülerin oder einen Schüler in genau diesem Moment notwendig sind, um Fortschritte zu erzielen.

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Genau diese Fähigkeiten lassen sich allerdings nur ansatzweise in der Theorie erlernen. Ein bewährtes Mittel dafür ist die Unterrichtshospitation, bei der neben den Unterrichtsinhalten auch der Unterrichtsalltag kennengelernt werden kann.

Eine Woche lang hat meine ehemalige Schülerin Heidelind Teschmacher meinen Unterricht hospitiert, dabei fleißig mitgeschrieben und auch für einige kleine Unterrichtseinheiten die Rolle der Lehrerin übernommen. Viele Fragen konnten in anschließenden Gesprächen besprochen und geklärt werden. Im folgenden Bericht teilt sie ihre Erfahrungen aus dieser Woche mit.

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MAI 19

19.05.26, 8:31 Uhr

Jugend- und Kammerchor der JMS zu Gast in Prato

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An Christi Himmelfahrt ging es für 44 Sängerinnen und Sänger der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu auf die Reise nach Prato, Wangens italienischer Partnerstadt in der Toskana. Die Jugendchöre aus Italien und Deutschland sowie die beiden Chorleiter Rossella Targetti und Christian Feichtmair verbindet eine herzliche und jahrelange musikalische Freundschaft. Höhepunkt des Besuchs war ein gemeinsames Konzert von Jugend- und Kammerchor mit den Chören der Scuola di Musica Giuseppe Verdi im Prateser Dom Santo Stefano. Die Allgäuer Chorjugend und ihre erwachsenen Begleiter waren tief beeindruckt von der Schönheit und der Akustik des Kirchenraumes. In verschiedenen Formationen, mit wunderbaren Stimmen und großer Freude sangen sich die italienischen Chöre in die Herzen ihrer deutschen Gäste. Aber auch Jugend- und Kammerchor beindruckten mit einer großen musikalischen Bandbreite, mit stimmlicher Präsenz und eigens italienisch einstudierten Chorsätzen das Publikum. Am Klavier begleiteten Sara Pavani und Norbert Schuh souverän und einfühlsam die jungen Chöre. Zum Abschluss sangen alle Chöre gemeinsam und leidenschaftlich das Lied „Tra le canne del lago blu“. Ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis! Nach dem Konzert überraschten die Prateser Choreltern ihre deutschen Gäste mit einem üppigen Buffet im Teatro Politeama. Bei toskanischen Spezialitäten, bei Pizza und Pasta ließ man den unvergesslichen Abend gemeinsam ausklingen.

Für das rund herum gelungene Rahmenprogramm sorgte Frau Lucia Keller vom Wangener Partnerschaftsverein. Ein Ausflug nach Bologna führte die Kinder und Jugendlichen aus dem Württembergischen Allgäu in die älteste Universität Europas (1088!). Man besichtigte das berühmte „Teatro anatomico“ aus dem 17. Jahrhundert, die ehrwürdige Bibliothek und danach die Basilika San Petronio. Alle waren tief beeindruckt von den unzähligen Bauwerken aus Mittelalter und Renaissance, von den großzügigen Plätzen und weitläufigen Arkaden sowie von den beiden schiefen Türmen Asinelli und Garisenda. Am nächsten Tag ging es noch einmal zum Verweilen in die historische Altstadt von Prato und nachmittags nach Viareggio ans Meer. Beglückt und reich an Erlebnissen traten die Allgäuer Sängerinnen und Sänger ihre Heimreise an. Die Chormitglieder freuen sich bereits auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr. Ein gemeinsames Konzert mit dem Prateser Jugendchor zum 60jährigen Jubiläum der Jugendmusikschule ist bereits in Planung. 

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MAI 11

11.05.26, 9:38 Uhr

Im wunderschönen Monat Mai

Die ideale Einstimmung auf den Frühling und ein stimmungsvolles Geschenk zum Muttertag wurde den Zuhörern des von der Stadt Wangen geförderten Liederabends von Valerie Loeff, Sopran und Rania Ejeilat, Klavier, geboten.Bild                                                                            Bild

 

APR 29

29.04.26, 7:55 Uhr

Frühjahrskonzertreihe Städteorchester Württembergisches Allgäu

Musikalische Reverenz in Leutkirch, Isny und Wangen
Der Konzertabend im Konzertsaal der Waldorfschule Wangen bot mehr als eine bloße Werkschau: Er war ein Zeugnis gelebter Musikkultur. Dass hier Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Laienmusikern und Lehrkräften „Seit an Seit“ musizieren, verleiht dem Städteorchester ein Alleinstellungsmerkmal, das pädagogische Verantwortung mit kulturellem Anspruch eindrucksvoll verbindet. Unter der umsichtigen Leitung von Marcus Hartmann – der als versierter Violinist und Dirigent (u. a. langjährig verbunden mit der Sinfonietta Lustenau) das Ensemble prägt – gelang eine Darbietung, die trotz ihrer Besetzungsspezifik eine bemerkenswerte Geschlossenheit erreichte.
Ein Raum für den Klang
Einen wesentlichen Anteil an der besonderen Stimmung hatte dabei der Konzertsaal selbst: Die für die Waldorf-Architektur typische Formensprache, die bewusst auf rechte Winkel verzichtet und stattdessen mit organischen Bögen arbeitet, schafft einen Resonanzraum, der die Musik auf eine fast körperliche Weise erfahrbar macht. Diese architektonische Weichheit und die Abwesenheit harter Kanten begünstigten eine warme Akustik, in der sich die verschiedenen Instrumentengruppen natürlich miteinander verbinden konnten. In dieser intimen Umgebung, die den Zuhörer förmlich umschließt, verlor die Musik ihre Distanz und wurde zu einem unmittelbaren, gemeinschaftlichen Erlebnis.
Von Haydn bis zu Schuberts Mozart-Hommage
Vor dieser Kulisse bildete Joseph Haydns Ouvertüre in D-Dur (Hob. Ia:4) einen Auftakt voller Energie, wie auch Franz Schuberts 5. Sinfonie in B-Dur den Fokus auf kammermusikalische Klarheit lenkte. In reduzierter Besetzung verzichtete Schubert hier auf die übliche langsame Einleitung und wählte stattdessen eine kurze, fast wie ein Vorhang dienende Akkordfolge der Holzbläser – eine Geste, mit der er seine tiefe Verehrung für Wolfgang Amadeus Mozart artikuliert. Besonders im Menuetto wurde diese Reverenz für den Wiener Klassiker im Dialog der Instrumente fast greifbar.
Mozarts Fagottkonzert als Höhepunkt
Den glanzvollen solistischen Schlusspunkt setzte Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Fagott und Orchester (KV 191) mit der Solistin Nina Schönberger. Die aus der Region stammende Musikerin, die ihre Ausbildung an der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu begann und über Stationen in Feldkirch und Mannheim ihre heutige Meisterschaft erreichte, bot eine beeindruckende Darbietung. Als Solofagottistin des Theaters Vorpommern und Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater Rostock bewies sie eine Virtuosität, die das Fagott in all seinen sanglichen und brillant-farbigen Facetten erstrahlen ließ. Das Zusammenspiel von Schönbergers präzisem Spiel und dem engagierten Klangkörper machte diesen Abend zu einem authentischen Erlebnis in einem Saal, der Architektur und Akustik perfekt in Einklang brachte. (Text und Foto: J. Reichert)  Bild